Donnerstag, 17. November 2011

Backify...

...oder wie man innerhalb eines Tages sein Business ruiniert.
Vor ein paar Wochen wurde ich dem spontan einsetzenden Hype folgend auf Backify aufmerksam, einem Online-Backupdienst, der seinen Kunden schon sehr reichliche 512 GB Speicher für Backups geboten hat - kostenlos wohlgemerkt. Zum Vergleich: Bei Dropbox & Co. gibt es meist nur 2-25 GB kostenlos, was für wirklich wichtige Daten aber genügen sollte (bewusst nur unter Betrachtung des Speicherplatzes und abgesehen von den Möglichkeiten der Synchronisation und des mobilen Zugriffs). Ich hatte mich gefragt, wie das auf Dauer mit steigenden Nutzerzahlen wohl funktionieren soll und habe den Service für Fotos von der Digitalkamera getestet, hat auch funktioniert.
Gestern Morgen fand ich eine e-mail im Postfach, dass der kostenlose Account binnen Wochenfrist eingestellt werde. Seit gestern Abend ist ganz Schluss und die Client-Software akzeptiert das Passwort nicht mehr. Backify sieht sich als Opfer, der technische Anbieter LiveDrive hat dem Reseller gekündigt und warnt dessen Kunden sogar davor, Kreditkatendaten an diesen zu übermitteln. Gleichzeitig wurden sämtliche Kundenaccounts gesperrt, der Kunde kommt (momentan) also nicht mal mehr an seine gespeicherten Backups - da sieht man seine Daten doch für den Notfall gut aufgehoben. ;-)
Ich finde ein solches Vorgehen einfach unglaublich und habe so etwas zuvor auch noch nicht erlebt. Dass die Kontrahenten öffentlich aufeinander einschlagen, hat einen gewissen Unterhaltungswert, aber angesichts des spontanen und nicht angekündigten Abklemmens sämtlicher Kunden sind Zweifel an der Seriosität angebracht. Selbst wenn man sich da noch einigen sollte, beide Beteiligte nehme ich aufgrund dieser Aktion nicht mehr ernst. Bei Caschy wird das Thema auch gerade diskutiert.

Achja, Backify hat nichts mit Backupify zu tun - letzteres funktioniert weiterhin wie gewohnt.

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