Freitag, 11. September 2009

nine-eleven

"Was hast Du heute vor acht Jahren gemacht?", fragte mich Tina heute Morgen. Komische Frage, die vielleicht an den Film "Ich weiß, was Du letzten Sommer getan hast" erinnert und mit einem "keine Ahnung, das weiß ich doch heute nicht mehr" beantwortet worden wäre, aber dann der Blick auf den Kalender: Es ist 9/11. Schon erstaunlich, dass ich mich (wie wahrscheinlich jeder) heute noch an viele Details dieses Tages erinnern kann. Mein damaliger Chef rief mich in sein Büro und sah sichtlich besorgt aus. Kurz zuvor hatte er einen Anruf erhalten und sagte mit seinem italienischen Akzent, dass in New York etwas passiert sei, etwas mit einem Flugzeug. Ich stellte mit seinem Laptop (damals noch per Modem über die Telefonleitung) eine Internetverbindung her, um mehr Informationen zu erhalten, doch die Server der deutschen und italienischen Zeitungen waren hoffnungslos überlastet. Nach endlosen Reloads öffnete sich schließlich die Website einer italienischen Tageszeitung und zeigte das leicht verschwommene Bild des WTC kurz nach dem Einschlag des ersten Flugzeugs (wobei man zu dieser Zeit noch von einem Unfall ausging).
Bilder unfassbaren Grauens, bei denen ich auch heute, acht Jahre später, immer noch genauso betroffen bin wie 2001. 15 Monate zuvor hatte ich selbst auf der Aussichtsplattform des Südturms gestanden und die unbeschreibliche Aussicht über die Skyline von Manhattan bewundert. Ein einziger Tag, der die Welt verändert hat - zwei Kriege, Gefangenenlager, Folter, Mißtrauen, Einschränkung der Freiheit, zunehmende Überwachung, alles als vermeintlich logische Konsequenz des "Kampfs gegen den Terror". Das Ereignis ist für immer in das persönliche, aber auch das kollektive Gedächtnis der Menschheit eingebrannt. Never forget.

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