Als Freund freier Software und Formate hatte ich meine Musik von Anfang an konsequent in Ogg Vorbis Dateien konvertiert, die bei vergleichbarer Audioqualität eine geringere Dateigröße zu MP3 ermöglichen, insbesondere auf dem Handy sind aufgrund der geringeren Speicherkapazität ein paar Megabyte mehr Platz nicht zu verachten. Das Format wird zwar von immer mehr Geräten unterstützt, alle gängigen Player auf dem PC kommen problemlos damit zurecht und mit Symbian Oggplay gibt es einen tollen Player fürs Handy, im Gegensatz zu MP3 und AAC ist das OGG-Format jedoch kein ISO-Standard und deshalb scheint die Hemmschwelle bei den etablierten Herstellern allgemein etwas höher zu sein.
Nun wäre es ganz nett die Musikdateien an einer zentralen Stelle zur Verfügung zu haben, sofern man kein Fan von reinen Internetservices wie Grooveshark (momentan mein Favorit) oder Last.fm ist. AVM hatte der Fritz!box schon vor einiger Zeit per Firmwareupdate eine "Musikbox"-Funktion spendiert: Technisch läuft das über Universal Plug and Play, so dass auch auf UPnP-fähige Endgeräte und nicht nur den PC gestreamt werden kann. Die Ernüchterung kam jedoch recht schnell, denn die Fritz!Box erkannte die Dateien auf dem Stick nicht. Eine e-mail an den Support (übrigens mit lobenswert kurzer Antwortzeit) brachte endgültig Klarheit: Die eingebaute Musikbox unterstützt das Ogg-Format nicht (nur MP3, WMA und WAV) - auch kein AAC! *hmpf*
Bei der Internetrecherche habe ich zwei Alternativen gefunden: Twonky bekam ich trotz Anleitung gar nicht erst zum Laufen, MediaTomb ließ sich zwar installieren, war aber auf meiner Box bereits beim Aufbau der Oberfläche zur Konfiguration so langsam, dass an eine Nutzung nicht zu denken war. Außerdem schmierte die Box dabei regelmäßig ab. Bei den neueren Fritz!Boxen sieht das wohl aufgrund der schnelleren Hardware besser aus.
Also zurück zur AVM-Lösung. Diese unterstützt nur das Streamen von Musik, d.h. Videos oder Photos lassen sich damit nicht abspielen und bei 5000 Musikdateien ist Schluß (letzteres ist nicht wirklich ein Problem, zumindest nicht bei mir). Dafür ist außer einer Aktivierung über die Weboberfläche des Routers keinerlei Konfiguration notwendig bzw. möglich und der Mediaserver arbeitet angenehm schnell. Schweren Herzens habe ich dann mit SUPER eine Konvertierung meiner OGG-Dateien nach MP3 durchgeführt - wahren Musikenthusiasten dürften sich spätestens jetzt die Fußnägel hochrollen, denn sowas macht man eigentlich nicht. ;-) Leider hat das Programm dabei die Tags aus den Quelldateien nicht übernommen, so dass ich hier mit Mp3tag und ein paar anderen Tools nachhelfen musste.
Die ganze Aktion war mit etwas Aufwand verbunden, doch das Ergebnis kann sich sehen oder besser hören lassen: Während ich diesen Beitrag schreibe, sitze ich auf der Terasse und lasse mit Winamp und UPnP-Plugin (die Firma gibts wohl nicht mehr?) mir meine Lieblingsmusik aufs Ohr streamen. :-)
Merke: Mit dem Standard fährt man manchmal doch besser - leider.



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